Um es kurz zu fassen: Mein Leben vor Access war ein Alptraum.

SaskiaSchulteGasteintrag von Saskia Savita Schulte

Zu der Zeit, als Access in mein Leben trat, wollte ich ernsthaft sterben. Ich hatte mir ein Ultimatum gesetzt. Ein halbes Jahr hatte das Universum Zeit. Dann würde ich abtreten. Ich würde nicht einmal mit der Wimper zucken. (Als ich genau das Gleiche über Dains Vergangenheit las, war ich wirklich erstaunt.) Nun ja. Jetzt ist es 2 Jahre später. Und ich lebe noch. Danke, liebes Universum! (Und danke mir selbst!)

Access kam zu mir vor zwei Jahren in Form des Buches von Dain Heer, über das ich etwas schreiben sollte. Ich las es und dachte: Oh mein Gott, endlich jemand, der sagt, was Sache ist. Endlich ein spirituelles Buch, das mir keine neuen Konzepte aufschwatzen möchte von dem, was falsch und richtig ist. Innerlich feierte ich ein ganz unheiliges Halleluja – und musste einfach wissen, was dieses Access war. Auch wenn ich dazu lernen musste, wie man Leuten auf dem Kopf irgendwelche Punkte berührt.

Letztens fragte mich jemand über mein früheres Leben. Ich sah kurz zurück und ich fand nichts, das mich lockte. Nichts. Meine einzige Sorge war auch damals schon gewesen, meine Katze bei einem lieben Menschen unterzubringen, bevor ich abtrat. Auch heute habe ich nichts Äußeres, das mich wirklich am Leben halten würde. Keinen Ehemann, keine Kinder, keine Lebensaufgabe. Und dennoch: Ich wache morgens nicht mehr auf und will sterben. Ich wache morgens auf und frage mich, was der Tag bringt. Ich habe nicht immer Lust auf das, was ich tue. Zugegeben. Es ist noch nicht das Leben, von dem ich weiß, das es für mich möglich sein könnte. Aber es ist ein lebbares Leben, ein würdiges Leben. Es ist nicht mehr dieser furchtbare Alptraum, der vorher meine Tage durchzog.
Diejenigen, die mich kennen, werden jetzt schmunzeln: Aber ich hatte damals – vor Access – doch tatsächlich versucht, normal zu sein. Ein normales Leben zu führen. Ich glaube, das war wirklich die verrückteste Idee meines Lebens gewesen.

Ich hatte endlich einen Job. Ich hatte die besten Kollegen der Welt und eine wunderbare Chefin, aber weder bot der Job eine Perspektive noch genug Auskommen für eine teure Stadt wie Mainz. Ich hatte trotz Job teils weniger finanziellen Spielraum als zu Zeiten von Hartz IV. Und ich lebte in der Stadt meiner Kindheit. Ich begegnete meinem Missbraucher von damals nach der Arbeit vor dem Supermarkt. Mir ging es schlecht.

Auch das normale Leben, von dem ich dachte, das es mir helfen würde, war für mich nicht zu ertragen. Dann lernte ich die Bars kennen. Ich kündigte meinen Job, die Wohnung – und gleich noch meine Vergangenheit auf. Ich zog wieder um. Meine Kollegen von damals tun immer noch das Gleiche wie damals und auf irgendeine Weise ich bewundere sie dafür. Ich könnte es nicht.

Meine Strategie, ein „normales Leben“ zu führen, zeigte, wie ich heute weiß, nur eins: Ich bin nicht normal. Und es ist nichts falsch an mir. Das hatte ich nur nicht verstanden. Ich dachte, dass ich mich zurechtbiegen müsste, um Resultate zu erhalten. Bestätigung. Vielleicht einen Menschen, der mich liebte. Ein Job, der mich wirklich ernährte oder zumindest auch hin und wieder inhaltlich interessant war.

Ich hatte mich so so so sehr geirrt. Heute weiß ich: Für monogame Beziehungen bin ich nicht wirklich geeignet. Sie ersticken mich. Ich brauche zwei Männer. Punkt. In einem normalen Job, ohne die Möglichkeit zu walten und zu gestalten, will ich mich vor Langeweile einfach nur aufhängen. Ich brauche es, ungefähr 7 Dinge gleichzeitig zu tun, von denen ich 5 noch nicht kann. Punkt. Durch Access habe ich gelernt, dorthin zu schauen, was für mich funktioniert. Und nicht dorthin zu schauen, was mit mir falsch ist, damit ich reparieren kann, was nicht in diese Realität zu passen scheint.

Und nein, ich schwebe jetzt nicht im siebten Himmel. Aber ich sumpfe auch nicht mehr in der Hölle herum, die mein Leben vorher war. Mit meinem „früheren Ich“ kann ich nicht mehr viel anfangen. Wenige Freunde sind erhalten geblieben, andere kritisieren mich wegen diesem oder jenem, das ich in meiner Freude und Freiheit tue, weil sie es anstößig finden. Man macht sich Sorgen um mich. Das Lustige ist, dass es noch nie so wenig Anlass dazu gab.

Denn Access ist das erste System, bei dem du einfach aussteigst. Es ist ein Aussteigerprogramm für Lebensmüde. Für diejenigen, die keine Befriedigung aus dem ziehen, was angeblich so glückverheißend ist: ein Partner, eine Familie, ein Job.

Diese Realität belügt dich: Sie zählt dir Dinge auf, die du brauchst. Und wenn sie nicht zu dir passen, dann ist etwas falsch mit dir. Für dieses erfundene Problem gibt es einfach keine Lösung.

Access bietet dir keine bessere Realität. Du verlierst einfach deine Bezugspunkte, die dich in dieser Lüge festhalten. Du springst in den weiten Raum, der du selbst bist, und wirst von dem Wissen getragen, dass alles, was man dir bislang erzählt hat, nicht der Wahrheit entspricht. Wie genial ist das?

Saskia Savita Schulte ist Bars-Facilitatorin und ist als eine der ersten Pragmatix-Taster-Facilitatorinnen für die Pragmatische Psychologie zertifiziert. Sie weiß noch nicht, wo sie die Reise mit Access weiter hinführen wird. Aber sie ist verdammt neugierig darauf …

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